Samstag, 28. Januar 2017

Tempelbilder










Die Tempel von Angkor

Das neue Jahr begann so wie das alte aufgehört hatte. Rucksack packen, den Busbahnhof aufsuchen und in den nächsten Ort weitermachen. Für die erste Station im neuen Jahr hatten wir uns einen richtigen Knaller ausgesucht. Die Tempel von Angkor Wat. Wer eventuell noch nie davon gehört hat: Die Tempel sind Überbleibsel aus der Zeit der Khmer, die lange Zeit die Region Kambodscha regiert hatten. Noch heute bezeichnen sich die Einwohner Kambodschas als Khmer, auch die Landessprache trägt den Namen. Was ist nun so besonders an genau diesen Tempeln? Die gesamte Anlage ist riesengroß. Wenn man von Angkor Wat, dem Haupttempel, ausgeht, kann man immer noch 80 Kilometer raus fahren und findet weitere Tempel und Pagoden seiner Zeit. Als Maßstab dieser alten Stadt dient vielleicht auch dieser Vergleich: Während seiner Blütezeit bewohnten Angkor eine Million Menschen. London brachte es da grade mal auf 50.000 Einwohner.
Heute wird Angkor gerne in einem Atemzug mit Machu Picchu in Peru und der Felsenstadt Petra in Jordanien genannt. Als Ausgangspunkt für die Touren dient der kleine Ort Siem Reap, der natürlich voll auf Tourismus ausgerichtet ist und von diesem lebt. Wir buchten dieses mal wieder ein Zimmer, es war grade Hochsaison. Dieses fanden wir relativ zügig und wir waren froh, dass es sauber war und keine Ameisen hatte, immerhin hatten wir gleich für fünf Nächte gebucht. Noch am selben Tag wollten wir unsere Erkundungstour durch die Anlagen beginnen. Wie genau schauen wir uns solch eine Anlage nur an? Zunächst wollten wir uns über die Beschaffenheit und Preise der Fahrräder kundig machen. Doch mit einem mal standen wir vor einem Rollerverleih. Auf zehn Euro pro Tag konnten wir dann noch handeln und so liehen uns einen Roller aus. Dabei gab es aber einen Haken, den wir erst später im Hotel ausfindig machten. Für Ausländer ist es nämlich verboten sich in Siem Reap Roller auszuleihen. Überall in Kambodscha ist das kein Problem, nur in Siem Reap nicht. Man munkelt, dass die Tuk-Tukmafia wohl dahinterstehe und mit der Polizei gemeinsame Sache mache. Das ärgerte uns erstmal richtig, was nun machen? Unsere Dame von der Rezeption sagte, das sei zwar richtig, aber in der Praxis werde man kaum kontrolliert. Das reichte uns nicht. Wir hatten keine Papiere und wollten Angkor genießen und nicht davor fürchten müssen jederzeit kontrolliert zu werden. Denn wenn wir einmal in eine Kontrolle gelangen würden, dann würde es richtig teuer werden. Wenn man Pech hat stehen nicht nur einer sondern gleich zwei, drei oder noch mehr Beamte vor einem, die nur darauf warten, dass man ihnen ein paar Scheine zusteckt. Also hakten wir die $40 für den Roller ab und überlegten, ob wir uns kostengünstig Fahrräder ausleihen oder einen Tuk-Tukfahrer mieten würden. Die Haupttempel waren alle mehr oder weniger auf einem Fleck und nur knapp 6 Kilometer von Siem Reap entfernt. Das sprach für das Fahrrad, natürlich neben der Ausleihgebühr von einem Dollar pro Tag und Person. Die Sonne ballerte dieser Tage allerdings ohne Gnade und das neue Jahr wollten wir mit allem anderen als schwitzigen Tempelbesuchen beginnen. Also dachten wir uns Scheiß drauf, das Geld muss fließen und entschieden uns für das Tuk-Tuk. Am nächsten Morgen brachten wir erstmal den Roller zurück. Natürlich würde es keine Polizeikontrollen geben und der Verleiher würde die Kosten voll übernehmen für diesen unwahrscheinlichen Fall, aber wir blieben unserer Linie treu. Zu unserem Erstaunen bekamen wir sogar $30 zurück, mussten also nur den angebrochenen Tag bezahlen, was wir als überaus fair von Seiten des Verleihers empfanden.
Danach gingen wir erst einmal frühstücken. Wir überlegten, was wir uns für den heutigen Tag alles anschauen würden und entschieden uns für drei Tempel, von denen einer etwa 40 Kilometer außerhalb lag. Wir wussten noch nicht, wie lange wir brauchen würden pro Anlage und wollten keinesfalls hetzen. Also entschieden wir uns für die weniger-ist-mehr-Option und schlenderten nach dem Frühstück los, um einen geeigneten Fahrer zu finden. An diesen mangelt es in Siem Reap ganz gewiss nicht und sie sind wirklich nicht zu beneiden. Trotz der Touristenmassen bleibt der Großteil der Tuk-Tukfahrer auf dem Trockenen sitzen, so viel Konkurrenz gibt es. Und in der Nebensaison stehen sich noch mehr von ihnen die Beine in den Bauch. Unsere Suche dauerte so ziemlich genau vom Frühstück bis zur nächsten Straßenecke. Ein Fahrer schlief grad auf der Rückbank seines Gefährts und ich dachte mir noch: der sieht aber sympathisch aus. Ich wollte ihn jedoch nicht wecken und als wir kaum zehn Meter weiter an ihm vorbeigegangen sind, hörten wir von hinten das altvertraute „Tuk-Tuk, Sir?“. Wir machten kehrt und handelten einen Preis für unsere Route aus. Danach war die Sache geritzt und unser Fahrer stellte sich als Fred vor. Also stiegen wir ein und fuhren erstmal Eintrittskarten kaufen. Man sollte wissen, dass die Ticketschalter für die Anlagen zwischen Siem Reap und Angkor Wat liegen. Wer vergisst Tickets zu kaufen darf noch mal ein paar Kilometer kehrt machen. Zum Glück gibt es ungefähr an die 50 Schalter im Verkaufsgebäude, so dauerte die Geschichte nur wenige Minuten. Wir kauften uns ein 3-Tagesticket für jeweils $40. Der Tag lief dann etwa so ab. Fred fuhr uns zu den einzelnen Tempeln und wir schauten uns diese an, während er draußen auf uns wartete. Ich erspare mir jetzt Einzelheiten zu jedem der Tempel. Manche sind auch recht unspektakulär, aber trotzdem schön anzusehen. Bei manchen fragten wir uns nach deren damalige Funktion und manche hauten uns dann doch wirklich von den Socken. Am ersten Tag der letzte Tempel war so einer. Ein riesiger Komplex war das, ich glaube es ist sogar der größte von allen. Wir liefen durch die Ruinen, die zu jeder Himmelsrichtung einen Flügel hatte. Aus der Luft muss der Tempel wie ein großes steinernes Kreuz aussehen. Die Flügel bestehen wiederum aus vielen kleinen nacheinander angereihten Kammern mit offenen Türen. Wenn man nun also durch eine Tür schaut, dann sieht man die Kammer danach und durch diese wiederum die Kammer danach und so weiter. Das wirkte wie in einem überdimensionalen Spiegelkabinett. Fred wusste natürlich, dass wir uns einen 3-Tagespass gekauft hatten und bot seine Dienste gleich für den Folgetag an. Der Preis, den er uns für den nächsten Tag nannte, war für uns okay, so ersparten wir uns die Verhandlung über diesen und die Suche nach einem neuen Fahrer. Am zweiten Tag standen zwei große und zwei kleine Tempel auf dem Programm. Am beeindruckensten war mit Abstand der Tha Prohm. Hier sieht man wie sich Mutter Erde alles zurückholt. Gewaltig aussehende Bäume bohren hier ihre kraftvollen Wurzeln durch Mauern und Gestein. Es ist wirklich unglaublich wie Natur und von Menschenhand Gemachtes miteinander verschmelzen. Es gab in den populären Tempeln wie diesen natürlich Unmengen an Touristenscharen, aber die meisten Angkor-Besucher kommen per Reisetruppe. Wir konnten immer mal wieder Teile der Anlage erkunden, wo wir sogar teils ganz alleine waren. Gerade über Mittag, wenn es für die Massen Essen gibt und die Sonne unerträglich heiß wird. Auch der Takeo war ziemlich gut. Die Stufen, die es gilt zu besteigen um ihn zu besichtigen, sind steiler gebaut als die Münchener Allianzarena. Steil und schmal. Ein ganzer Fuß passt nur quer auf eine Stufe. Auch Tag zwei war also ereignisreich und für den dritten Tag hatten wir uns dann Angkor Wat höchstpersönlich vorgenommen. Dazu machten schon zeitig los, um 4.45 Uhr holte uns Fred ab. Der Sonnenaufgang über Angkor Wat zählt zu den Sachen, „die man gesehen haben muss“. Also setzten wir uns zusammen mit allen anderen Frühaufstehern vor die Tempelanlage und warteten auf die aufgehende Sonne, die uns DEN ultimativen Aufgang an diesem Morgen vorenthielt. Als es dann hell war, gingen wir wie alle anderen in die Anlage auf Erkundungstour. Ich hoffe es kommt keiner Gotteslästerung gleich, aber wir haben es uns dann doch spektakulärer vorgestellt. Versteht mich nicht falsch, die Größe ist schier beeindruckend und wir sind froh das alles gesehen und erlebt haben zu dürfen. Aber den Tha Prohm vom Vortag und auch den Bayon, den wir uns direkt nach Angkor Wat anschauten, hauten uns da mehr vom Hocker. Vermutlich ist es wie bei allen Dingen, die schon dieses „Musst du gesehen haben“-Image weghaben. Die Erwartungshaltung ist so hoch, dass man eigentlich nur noch halbwegs befriedigt aus der Sache rauskommt. Vielleicht haben uns deshalb auch andere Tempel mehr beeindruckt. Wie auch immer. Ich habe ja bereits angedeutet, dass wir uns noch den Bayon angeschaut haben. Dabei handelt es sich um eine Tempelanlage auf der 54 große steinerne Säulen zu finden sind. Jede Säule trägt wiederum vier Gesichter, zu jeder Himmelsrichtung eines. Der damalige König, Jayaarvarman VII, der diesen und die meisten anderen bedeutenden Tempel bauen ließ, wollte dem Volk damals damit eines symbolisieren: Ich habe meine Augen und Ohren überall, meine Freunde. Bei einer Million Einwohner ist es selbsterklärend, dass sich unter diesen auch Widersacher befinden, die schnell auch eine größere Menge an Revolutionären hinter sich bringen könnte. Um dieser Sache vorab entgegenwirken zu können, ließ König Jayaarvarman VII Bauten wie den Bayon errichten.

Danach schauten wir noch beim Königspalast und der Elefantenterrasse vorbei und schon war unser 3-Tagespass abgelaufen und wir auf dem Rückweg nach Siem Reap. Insgesamt kostete uns Fred $50 für die drei Tage, die Pässe zusammen $80. Also insgesamt $130 für drei Tage und zwei Personen ist die Sache schon wert. Ein Tag ist zu wenig, da kann man sich wirklich nur die „besten“ Tempel anschauen und muss schon ganz schön auf die Tube drücken. Eine Woche ist wiederum wirklich nur für richtige Geschichtsfreunde zu empfehlen, die sich wirklich jede noch so kleine und/oder entlegene Anlage anschauen wollen. Also waren drei Tage auch genau richtig. Man sollte allerdings aufpassen, dass man nicht von früh bis spät seinen Pass ausreizt. Das ist theoretisch zwar möglich, aber vermutlich hat man dann schon am Vormittag von Tag 2 die Schnauze voll. Man darf die Hitze und teilweise nicht auszuhaltenden Menschenmassen nicht unterschätzen. Manche Tempel sind wirklich sehr groß, so dass man auch mit Tuk-Tukfahrer noch einige Kilometer per Fuß zurücklegt. Das schlaucht alles und es soll ja in erster Linie Spaß machen. Nach unserer Erkundungstour durch Angkor entspannten wir noch einen Tag in Siem Reap. Wir hatten mittlerweile ein Stammrestaurant mit netter Bedienung gefunden und verbrachten dort unsere Zeit. Dann schlenderten wir noch etwas über die Märkte und am Flussufer entlang. Zum Schluss suchten wir noch einen der Supermärkte auf. Richtige Supermärkte sind extrem selten geworden seit wir Thailand verließen, aber Siem Reap ist halt voll auf westliche Besucher ausgelegt. So konnten wir unseren Bestand an Hygieneartikeln wieder auf Vordermann bringen ehe es weiter in den nächsten Ort ging..

Mittwoch, 25. Januar 2017

Bilder aus Kambodscha

Sonnenuntergang in Kratie

unterwegs in Phnom Penh

so sah´s am Silvesterabend aus



typische Straßenszene in der Hauptstadt

lecker essen auf dem Nachtmarkt

eine fliegende Bar

An dieser Frucht scheiden sich die Geister oder besser gesagt Nasen.
Für einige Menschen riecht Durian oder Jackfrucht nach verwesenem Fleisch, andere nehmen den Duft als süß war. In vielen Hotels und Taxis ist die Frucht deshalb verboten. Uns gefällt sie sehr.

auch in Phnom Penh gibt´s schöne Abendhimmel

Im Königreich Kambodscha

Heiligabend verbrachten wir noch in Laos, doch schon am ersten Weihnachtsfeiertag mussten wir ausreisen. Unsere 30 Tage waren abgelaufen und so zogen wir weiter ins Königreich Kambodscha. Auf dem Weg zur Grenze wurden wir dann das allererste mal auf unserer Reise offiziell abgezogen. Für gewöhnlich zahlt man als Deutscher für ein 30-Tage Visum $30. Als wir nun im Bus saßen, der natürlich ausschließlich von Touristen besetzt war, wurde uns während der Fahrt zur Grenze erklärt, dass wir die geplanten $30 zu zahlen hätten plus eine Zusatzgebühr von $10, die an diesem Grenzposten üblich sei. Der Busorganisator würde dafür alle Pässe einsammeln und sich um die Stempel und Visa kümmern, wir müssten also nichts machen außer im Bus zu warten. Wer die $10 "Servicegebühr" nicht zahlen würde wollen, der müsse eben selbst für sein Visa sorgen. Das wiederum könne aber bis zu vier Stunden dauern und auf Rücksicht der anderen Fahrgäste gegenüber könne der Bus diese lange Wartezeit nicht aufbringen. Eine ganz miese Masche also. Völlig aus dem nichts in eine Zwickmühle gesetzt und ehe wir überhaupt anfingen konnten abzuwägen was nun besser sei, begann der Busorganisator bereits die ersten Pässe und $40 der einzelnen Passagiere einzusammeln. Wir gaben widerwillig unseren Pass und die Kohle ab. Klar, $10 mehr pro Nase können wir verkraften. Es geht hier jedoch ums Prinzip und so fühlte sich fast jeder im Bus zurecht betrogen. Aber das ist natürlich noch nicht das Ende der Geschichte. Etwa ein Drittel der Fahrgäste weigerte sich dann und gab weder Pass noch Geld ab. Manche bestanden auch auf ihr Busticket, der Bus hätte zu warten, was ja auch korrekt ist. Als der Busorganisator die Verweigerer einfach ignorierte, fingen wir uns dann aber richtig an zu ärgern. Die Masche zielt eindeutig auf Dummfang ab und wir braven Touris sind voll reingetappt. Klar, es war kaum Zeit zu überlegen, trotzdem.. Wir sahen dann jedoch schnell ein uns nicht all zu sehr darüber ärgern und diese insgesamt $20 als Investition zu sehen, um in Zukunft achtsamer zu bleiben, vor allem wenn es um Geld geht.
Als wir dann kurze Zeit später am Grenzposten ankamen war dort natürlich tote Hose. Zumindest sah es nicht nach mehrstündiger Wartezeit aus. Aber wie gesagt, da haben wir dann auch schon abgeschlossen gehabt damit. Wir passierten die Grenze und warteten etwa ein halbe dreiviertel Stunde auf die Verweigerer. Diese erzählten uns dann folgendes: Sie zahlten zwar nur die $30 für die 30 Tage Aufenthalt in Kambodscha, mussten jedoch für jede Unterschrift, jeden Stempel, jeden Schriebs Papier, den man mit auf dem Weg bekam, auch noch einen extra Dollar bezahlen. So kam jeder der Verweigerer auf eine Gesamtsumme auf $35 bis $38, je nach Nase und Herkunftsland.
Aber hej, immerhin befanden wir uns an einem Grenzposten, an dem wir vom 20-ärmsten in das 11-ärmste Land der Erde einreisten. Korruption ist da nun einmal nicht von der Hand zu weisen.
Nachdem das ganze Prozedere dann beendet war und alle wieder im Bus saßen, ging die Fahrt normal weiter. Nach etwa vier Stunden erreichten wir unser Ziel für diesen Tag, die Stadt Kratie. Es ist ein kleines gemütliches Städtchen am Mekong im Norden Kambodschas und dort verbrachten wir dann erstmal zwei Tage. Der Ort ist bekannt für die schönsten Sonnenuntergänge im ganzen Land. Jenny sagte mir später, dass sie nur selten einen so tollen Himmel bei Sonnenuntergang gesehen hätte, das war am Ankunftstag. Leider schenkte ich diesem kaum Beachtung. Mir ging es schon während der Busfahrt nicht mehr so gut, spätestens in Kratie schleppte ich mich nur noch durch den Ort als wir auf der Suche nach Wasser und Essen waren. Ich hatte Fieber, wie sich später herausstellte und schlief recht schnell ein. Zu dem kam noch hinzu, dass in unserem Zimmer ganz schön viele Ameisen krabbelten und wir das Zimmer wechseln wollten, allerdings erst am nächsten Tag. Das Zimmer kostete uns nur $7, es war ausgesprochen sauber und hatte warmes Wasser, aber so viele Ameisen gingen gar nicht. Wir schlafen ja in Asien generell nur in einfachen Zimmern für nicht mehr als 10 Euro die Nacht und da kann es schon mal passieren, dass auch ein Käfer oder ein paar sehr wenige Ameisen (die gibt’s fast überall) rumkreuchen. Oder man findet mal das ein oder andere Haar auf der ansonsten frischen Bettwäsche. Statt warmen Wasser kommt auch manchmal nur kaltes aus der Leitung oder die Spülung der Toilette funktioniert nicht immer richtig. Wir haben mittlerweile eine ziemlich große Komfortzone, was solche Dinge angeht und meist benutzen wir unser Zimmer nur zum Schlafen und zur Gepäckablage und halten uns ja auch nur wenige Nächte pro Station auf. Aber da hat wirklich nur noch der Ameisenhaufen samt Königin gefehlt. Wir siedelten dann ins Zimmer gegenüber. Dort war alles gut und so entspannten wir unsere ersten vollen Tage in Kambodscha nach ein paar kleinen Startschwierigkeiten. Wir studierten den lokalen Markt, lernten unsere ersten Vokabeln in Khmer (die Sprache in Kambodscha) und die Sonnenuntergänge dort nahmen wir natürlich auch alle mit am Flussufer des Mekong, auch wenn keiner mehr so spektakulär wie am ersten Tag war.
So gemütlich Kratie auch ist, Silvester stand vor der Tür. Und das wollten wir in der Hauptstadt Phnom Penh feiern. Wir setzten uns also wie üblich in den Bus und fuhren weitere sechs Stunden. Als wir in Phnom Penh ankamen, stieg ein Gefühl der Erinnerung an Bangkok in uns hoch. Klar Bangkok mit seinen über 8 Millionen Einwohnern hat fünfmal so viele Einwohner wie Kambodschas Hauptstadt. Doch in ganz Laos gab es keine wirklich Stadt und so fanden wir uns nach einigen Wochen in einer, ja doch, ich würde es schon Metropole nennen, wieder.
Kaum stiegen wir aus dem Bus aus, da stand auch schon eine Traube von etwa einem Dutzend Tuk-Tukfahrern um uns herum, die uns mit gebrochenem „Where you going?“-Englisch empfingen. Das wussten wir auch noch nicht so recht, gebucht hatten wir das letzte Mal in Thailand und das wollten wir weitestgehend auch so bleiben lassen. Wir klapperten ein paar Hostels ab. Das erste war echt gut, doch kaltes Wasser für voraussichtlich fünf Nächte muss nicht sein. Nicht in einer so großen Stadt voller Angebot. Die nächsten beiden waren uns zu teuer und dann fanden wir eins mit guter Lage. Das Zimmer lag zwei Etagen über dem Restaurant mit Fenster zum Innenhof und einer Terrasse zur Straße. Der Preis war mit $9 okay, nur das Waschbecken funktionierte nicht. Das Wasser lief nicht ab, aber über den Duschkopf konnten wir uns ebenso die Hände waschen. Wir zogen dann auf in die Hölle von Phnom Penh, um Essen zu gehen, denn lange Busfahrten bedeuten Fastenzeit. Warum Hölle? Der Verkehr ist katastrophal. Überall im Land, aber Phnom Penh nimmt es, was den Verkehr betrifft, locker mit Bangkok, Buenos Aires und Lima auf. Gefahren wird theoretisch rechts, es kommt aber immer mal wieder ein Motorrad aus der entgegengesetzten Richtung am Rand der Fahrbahn vorbei. Selbst auf Frischemärkten fahren die Einheimischen mit ihren Rollern durch die Menschenmengen, natürlich nur immer zentimeterweise, aber es ist auf dem ersten Blick das reinste Chaos. Ampeln, naaa ja, wir wollen wir mal nicht so viel meckern, die meisten halten schon. Und da sag mir einer nochmal: Wenn ich Rentner bin, nach all den langen Jahren der Arbeit, DANN schau ich mir die Welt an. Also Phnom Penh können Menschen mit dieser Maxime schon mal von der Karte streichen. Ein wachsames Auge und Schnelligkeit sind hier die einzigen Helfer, um heil durch den Verkehr zu kommen. Auch nach fünf Tagen kam keine Gewohnheit rein, wie es sonst oft der Fall ist, wirklich unglaublich!
Da traf es sich natürlich gut, dass die vietnamesische Botschaft, zu der wir zuerst wollten, gleich mal drei Kilometer von unserem Hotel entfernt lag. Tuk-Tuk wollten wir nicht benutzen. In Kambodscha zu handeln ist weitaus schwieriger als in Laos oder Thailand, egal ob auf Märkten, bei Unterkünften oder halt den Tuk-Tukfahrern, die für gewöhnlich sowieso ihre eigenen Gesetze machen.
Also hieß es sich so achtsam wie möglich durch den Verkehr zu bewegen, mit Bürgersteigen darf nicht gerechnet werden. Und wenn es welche gibt, dann sind sie zugestellt mit Motorrollern oder Essensstände. Bleibt nur der Straßenrand, aber ihr werdet es ahnen. Da ich ja diese Zeilen tippe, haben wir alles unbeschadet überstanden, wir Füchse. Warum wir zur überhaupt zur vietnamesischen Botschaft wollten? Weil man in Vietnam als Deutscher zwar umsonst rein darf, allerdings nur 15 Tage. Das ist viel zu wenig für ein Land das flächenmäßig so groß ist wie Deutschland. Und überhaupt: Bereits auf dem Balkan hatten wir das Gefühl nur so durch die Länder zu huschen. Dort hielten wir uns im Schnitt anderthalb Wochen pro Land auf, ausgeschlossen Albanien, wo wir drei Wochen zugegen waren. Rückblickend hätten wir die zehn Wochen Balkan anstatt durch sechs Länder zu flitzen eher auf zwei beschränken sollen, wenn nicht sogar eines. In Thailand und Laos waren wir dann zwar schon jeweils einen Monat, aber das ist gar nichts. Thailand komplett zu erkunden sollte mindestens ein viertel bis halbes Jahr in Anspruch nehmen. In Laos haben wir immerhin das ganze Land durchqueren können, zwei Monate wären hier sicherlich angemessener, um "überall" mal kurz gewesen zu sein. Kambodscha finde ich persönlich ziemlich interessant, auch hier lässt es sich locker ein Vierteljahr aushalten, doch der Reisepass sagt: 30 Tage, mehr gibt’s ohne Visum nicht. Also entschlossen wir uns wenigstens ein Land „richtig“ zu bereisen. Wir pendelten dann zwischen Malaysia, den Philippinen und Vietnam hin und her. Doch da Vietnam unsere erste Wahl war und perfekt zur Route passt, entschieden wir uns dafür. Die meisten Menschen gehen arbeiten und unternehmen keine langen Reisen. Wenn wir eines Tages in dieser Situation stecken sollten, würden wir diese Sichtweise übrigens genauso anwenden, nur eben im kleineren Maßstab. Statt in zwei oder drei Wochen durch mehrere Länder und Orte zu hetzen, würden wir uns dann lieber auf eine Region beschränken. In unserem Reiseführer sind vorgeschlagene Routen für jeweils 6 bis 8 Wochen und da sind fast alle Länder Südostasiens dabei. Und tatsächlich treffen wir immer mal wieder Leute, die sich für diesen Sprint entschieden haben. Auf dem Balkan trafen wir auf der Busfahrt von Skopje nach Sofia einen Rentner aus Taiwan. Der war sehr lustig und kam auch bei den anderen Insassen durch seine offene Art gut an. Seine Reisetempo war ziemlich beachtlich. Er „reiste“ in drei Wochen alle Höhepunkte des Balkans ab. Dabei blieb er nie länger als 24 Stunden an einem Ort, manchmal schaffte er das Kunststück zwei Orte an einem Tag zu besichtigen. Er fragte uns dann, wie lange wir in Mazedonien waren und als wir ihm zur Antwort 12 Tage gaben, fragte er. „WHAT?? 12 Days?! It´s a small country, here is nothing.“ Ich übertrage die Reisemoral mancher Menschen einmal auf mein Heimatland. Gehen wir mal von drei Wochen Urlaub aus. Jeweils zwei Tage Berlin, Hamburg, Köln, Frankfurt und München sollten drin sein, ich denke das sind schon unsere Großstadtperlen. Danach jeweils drei Tage Nord- und Ostsee und dann wollen wir ja auch noch im Thüringer Wald, Harz und der Sächsischen Schweiz auf Wanderschaft gehen. Kann man natürlich bringen und dank der ICE-Züge verprasst man nicht so viel Zeit um von A nach B zu kommen, aber ist das dann wirklich Urlaub? Oder sollte man sich lieber auf einen kompletten Urlaub im Schwarzwald einlassen, nach dem man ganz gewiss auch weniger ausgetretene Pfade kennt? Es gilt halt immer den Spagat zu schaffen aus dem Reiz verschiedener Orte/Regionen/Länder und Erholung bzw tiefer Eintauchen in eine Kultur gemessen an persönlichen Vorlieben und natürlich dem Zeitbudget, welches einem zur Verfügung steht. Was uns an geht, die schönsten Erinnerungen, auch auf den Reisen zuvor, haben wir eher an entlegeneren Gegenden und Orten gesammelt, die weiter hinten in Reiseführern auftauchen oder gar nicht erst Erwähnung finden und die wir bei einem ein- oder zweiwöchigen Urlaub so vermutlich nicht besucht hätten. 
Wie auch immer, wir erreichten wohlbehalten die vietnamesische Botschaft in Phnom Penh, füllten kurz den Visa-Antrag aus und gaben ein Passfoto von uns mit jeweils $50 ab. Einen Tag später, am vorletzten Tag des Jahres, holten wir unser Visum ab, welches uns berechtigt sich drei Monate ab Einreise im Land aufhalten zu dürfen. Wir waren froh, die Visa noch vor dem Jahreswechsel besorgt zu haben und gönnten uns eine Tuk-Tukfahrt von der Botschaft nach Hause. Ansonsten verbrachten wir in Phnom Penh unsere Zeit damit uns ein paar Tempel samt Königspalast anzuschauen, am Flussufer entlang zu spazieren, auf den Märkten zu schlemmen und natürlich Silvester zu feiern. Den Jahreswechsel begannen wir wie fast jeden Abend auf dem Nachtmarkt mit einer ordentlichen Portion Nudeln und als Nachtisch gab es seit langem mal wieder hausgemachtes Kokoseis. Nach dem Essen gesellten wir uns in die Menschenmenge und schauten der Bühnenshow etwas zu. Gegen 0 Uhr wollten wir jedoch wieder genau am anderen Ende des Flussufer sein. Vor dem großen Platz am Königspalast schien am meisten los zu sein. Zum Glück machten wir schon etwas zeitiger los, die Bühnenshow verflachte nämlich etwas, denn es war wirklich wieder das reinste Chaos. Der Stau bestand aus Menschen auf Beinen und welchen auf Motorrollern. Ich frage mich noch heute warum die sich das antun. Man kommt doch sowieso nicht vorwärts, höchstens mal einen Meter, dann ist wieder lauern auf die nächste Lücke angesagt. Irgendwann standen wir dann auf dem Platz, es wurde 0 Uhr und ein Feuerwerk begann. Die Menschen selber hatten nur eine Art bengalisches Feuer in der Hand, welches kleine Mini-Raketen in die Luft spuckte. Danach löste sich das Gewimmel aus Menschen und Motorrollern nach und nach auf und auch wir bahnten uns den Weg Richtung Hotel frei...  

Freitag, 20. Januar 2017

Bilder aus Zentrallaos und dem Süden

diese kleinen Freunde sind fast überall

der Eingang der Kong Lo - Höhle


bizarre Gesteinsformen

auf der anderen Seite

eine endlose Bergkette

unterwegs im Sorngtheau

schöne Aussichten um Ban Khoun Kham

Sonnenuntergänge am Mekong, hier in Savannakhet 

unsere "Lobby" auf den 4000 Inseln

einer der größeren Wasserfälle


keine Tuk-Tuk´s sondern Boote

Spaziergang auf Don Det

nur ein winzig kleiner Teil des Mekong

Aussicht von unserer Terrasse aus

besonders am Abend schön anzusehen


Dienstag, 17. Januar 2017

Laos - von Vientiane bis in den Süden

Nach einigen schönen Tagen in Vang Vieng ging es nun weiter in die Hauptstadt Vientiane. Sie ist mit einer Viertelmillion Einwohner recht überschaubar und gemütlich. Wir fanden dort einen riesengroßen Park am Flussufer, DAS war unsere Attraktion. Wir spielten Karten, lasen Bücher und lagen auf der Wiese. Anscheinend wird in Laos kaum bis gar nicht Karten gespielt, ab und an schauten uns neugierige Passanten dabei zu. Ein Chinese setzte sich sogar zu uns und schaute ein paar Runden zu. Ansonsten machten wir nicht all zu viel dort. Obligatorisch besuchten wir auch mal einen Tempel, aber die Zeiten des Top10-Sehenswürdigkeiten-Abklapperns sind schon lange vorbei und wenn uns danach ist nichts zu tun, dann machen wir auch nichts. Und wenn ein Land dazu einlädt, dann sowieso Laos.
Von nun an sollten die Busfahrten weniger stressig werden. Zumindest gab es nun keine schlängeligen Straßen mehr, da das Hochland hinter uns lag. In Paksan machten wir zwei Nächte Zwischenhalt und aßen leckere Suppen auf dem Markt. Weiter ging´s dann in ein Dorf namens Ban Khoun Kham. Der Ort liegt etwa 40 Kilometer abseits der Nord-Süd-Hauptroute und dort war es dann wieder bergig. Wir fanden sogleich eine ansprechende Unterkunft und genossen die Kochkünste der Wirtin. Unsere Teller glichen dem bergigen Panorama um uns herum, so voll waren sie. Und geschmeckt hat es wie in ganz Laos noch nicht. Noch am gleichen Tag spazierten wir gut gestärkt los und fanden einen Aussichtspunkt über dem Tal.
Der eigentliche Grund für unseren Abstecher von der Hauptroute war jedoch die Kong Lo – Höhle. Sie ist etwa eine halbe Stunde mit dem Tuk-Tuk von unserem Dorf gelegen und so besuchten wir sie gleich am nächsten Tag. Da man die Höhle nur per Boot durchqueren kann, mieteten wir uns eines plus Fährmann. Dieser führte uns durch die 7,5 Kilometer (!) lange Höhle und zurück. Zwischendurch machten wir halt auf einer Halbinsel innerhalb der Höhle, wo es abstrakte Gesteinsformationen zu bestaunen gab wie sie Mutter Natur nur im Verlaufe von Jahrhunderten und -tausenden zustande bringt. Es gibt in der Höhle teils richtige Sandbänke mit sehr feinem Sand wie man ihn typischerweise vom Meer kennt. Nur braun würde man hier nicht werden, schon nach einigen hundert Metern wurde es stockdunkel. Zur Eintrittskarte bekommt man zum Glück auch eine Stirnlampe dazu. Da wir die Höhle komplett durchquerten, machten wir noch kurz halt auf der anderen Seite in einem sehr kleinen Dorf. Dort konnte man sich mit Essen einkleiden und eine Pinkelpause einlegen. Immerhin ging die ganze Fahrt etwa zweieinhalb Stunden.
Als wir mit dem Tuk-Tuk zurück nach Ban Khoun Kham fuhren, hatten wir noch etwas Zeit und machten einen Abstecher zu einem anderen Aussichtspunkt, den wir schon auf der Fahrt zu unserem Dorf entdeckt hatten. Den Tuk-Tukfahrer hat´s gefreut, für den kleinen Abstecher gab es nochmal extra Geld und eine Zigarettenpause. Die Gegend dort ist wirklich sehr schön, total dünn besiedelt und man trifft auch kaum auf andere Touristen. Wir haben nur noch ein anderes Paar beim Abendessen kennengelernt, die ersten und letzten Luxemburger, die wir bislang je getroffen haben. Wie sie uns erzählten gibt es aber auch nur 300.000 gebürtige Luxemburger, somit ist die Chance welche im Ausland zu treffen wirklich ziemlich gering.
Die nächsten beiden Orte bereisten wir als Durchgangsstation Richtung Süden. Als erstes ging es von Ban Khoun Kham nach Thakek. Die Fahrt ging zwar nur drei oder vier Stunden, aber wir fuhren die komplette Strecke im Tuk-Tuk. Eigentlich ist der Begriff nicht korrekt, denn Tuk-Tuk´s gibt es ja in ihrer Originalform nur in Thailand weit verbreitet. In Laos heißen sie eigentlich „sorngtheau“ und heißen übersetzt „zweite Reihe“. Das sind umgebaute Pick-up Transporter, die auf der Ladefläche Bänke haben, jeweils links und rechts und manchmal noch in der Mitte eine. Aber wir nennen sie hier auch Tuk-Tuk und auch die Fahrer bieten uns diese als solche an. Mit unserem Sorngtheau-Tuk.Tuk fuhren wir zeitweise mit 20 Mann, mindestens jedoch mit 15. Das kann ziemlich eng werden, wenn dann auch noch jeder seinen Koffer oder ein paar Kisten oder Kanister mitbringt. Aber irgendwie geht’s immer, alles eine Sache der Einstellung.
Thakek haben wir dann als Übernachtungsstation genutzt, von da aus sollte es eigentlich nach Pakse gehen. Wir fanden dann einen Mini-Van der nach Savannakhet, welches auf halber Strecke liegt, und entschlossen uns kurzerhand erstmal dorthin zu fahren. Als wir dort ankamen blieben wir dann mit zwei Nächten doch länger als geplant. Der Nachtmarkt war astrein, wir fanden ein bratkartoffelähnliches Gericht und auch der Ort an sich ist recht gemütlich, wenn auch unspektakulär. Immerhin konnten wir dort unsere Besorgungen in Sachen Hygieneartikel komplett erledigen, das ist nicht selbstverständlich in Laos. Das kostete uns ein halbes Vermögen. Nur mal als Beispiel. Rasierschaum (200ml) kosten dort sagenhafte 8 Euro. Davon gehen wir in manchen Orten zweimal essen, aber das Geld muss fließen.
Paksan, der nächste Ort, ist schon wieder eindeutig touristischer. Viele Weiße und Restaurants, die Hamburger anbieten. Das liegt vor allem daran, dass man von hier aus Ausflüge zum Bolaven-Palteau unternehmen kann, einer schönen Hochlandgegend im Süden von Laos. Leider hatten wir dafür keine Zeit mehr. Der Trip hätte mit mindestens drei Tagen zu Buche geschlagen, wir hatten noch fünf und die wollten wir auf den 4000 Inseln ganz tief im Süden verbringen. 
Der Name verspricht nicht zu viel, es ist wirklich kaum zu glauben, dass wir uns dort immer noch auf dem Mekong, einem Fluss, befanden. Man sieht weder das eine noch das andere Ufer und kommt sich vor wie auf einem riesigen See. In der Regenzeit schwillt diese Stelle des Mekong auf sagenhafte und unglaubliche 14 Kilometer Breite an! Das muss man sich mal vorstellen, das ist von Cottbus nach Drebkau und noch weiter und das ist nur die Breite. Es gibt dort ungefähr 5 oder 6 größere Inseln, wir ließen uns auf Don Khon nieder. Hier gibt es natürlich keine Tuk-Tukfahrer mehr sondern Bootsmänner, die von Insel zu Insel schippern. Wir waren kaum ausgestiegen, da kam auch schon eine nette Frau und zeigte uns ihre Zimmer. 6 Euro die Nacht, mit Blick auf dem Mekong und Hängematte vor der Haustür. Ein Restaurant führte sie nebenher auch, also war die Verpflegung auch abgedeckt. Unsere Zimmernachbarn, jeweils links und rechts, waren auch Deutsche und ganz korrekt. Zum einen Matthias aus Baden-Baden. Er ist schon etwas älter und reist schon sein Leben lang. Er arbeitet meist 6-8 Monate im Jahr und ist den Rest des Jahres unterwegs. So hatte er immer mal wieder eine Geschichte auf Lager. Unser anderer Nachbar war ein richtiges Sympathiebündel. Jörg, 41 Jahre, aus Nürnberg. Auch er war schon oft unterwegs und hatte meist seinen Jahresurlaub, 6 Wochen, am Stück genommen, um unterwegs zu sein. Nun hatte er nach 25 Jahren in der Gießerei die Schnauze voll vom Arbeiten und die Chance bekommen aufzuhören und dafür eine saftige Abfindung zu kassieren. Das ließ er sich nicht zweimal sagen, er vermietete sein Haus in der Heimat und nun guckt er sich alles an was geht. Laut eigener Aussage kehrt er erst im August 2020 spätestens wieder heim, dann erlischt nämlich sein Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Don Khon ist wie ein kleiner Mikrokosmos. Es gibt von allem, was nötig ist alles nur ein paar wenige Male. Der Rest ist Idylle aus dem Bilderbuch. Es ist in Laos ohnehin schon sehr einfach die Zeit zu vergessen, hier geht es aber gar nicht anders. Wir machten Spaziergänge und schauten uns zwei Wässerfälle an, von dem einer sogar ziemlich groß war. Über die französische Brücke machten wir einen Ausflug auf die Nachbarinsel Don Det, die eher für wilde Parties bekannt ist. Davon bekommen wir bei uns jedoch kaum etwas mit. Jörg sorgte zwar von Morgens bis Abends für den süßlich angenehmen Geruch von verbranntem Marihuana, aber das war´s auch schon. Zwischendurch fuhr er am Nachmittag immer rüber nach Don Det, zum „Dämmerschoppen“, wie er es in seinem fränkisch nannte. Zwei Bars hatte er sich ausgeschaut und jeden Tag wechselte er von einer zur anderen hin und her. Damit es keinen Streit gäbe.
Wir hatten uns inzwischen eines der wenigen Restaurants ausgeschaut und verbrachten dort unsere Abende mit einem Paar aus Hamburg, George und Petra, während die Küche leckere Curry´s für uns kochte. Auf der Insel verbrachten wir dann auch noch Heiligabend, unseren letzten Tag in Laos. Am ersten Weihnachtsfeiertag mussten wir ausreisen, wobei die „Strafgebühr“ von etwas über einem Euro pro Tag bei Überziehen des Visa, noch tragbar gewesen wäre. Auch Matthias wollte nach Kambodscha weiterreisen, während Jörg, der sich ein Motorrad gekauft hatte, weiter nach Vietnam machen würde. Beide allerdings erst einen Tag später.
Auf den 4000 Inseln kann man wirklich hängen bleiben und einfach nur da sein. Sollten wir eines Tages noch einmal Laos bereisen, steht dieser Ort ganz sicher auf unserer Liste. Kaum waren wir im Norden in dieses wunderbar grüne und ursprüngliche Land eingereist, nun war unser Monat auch schon wieder vorbei. Es wurde Zeit ein neues Kapitel auf unserer Reise aufzuschlagen und das hieß Kambodscha...

Freitag, 13. Januar 2017

Laos - Bilder aus dem Norden

so sieht´s im gesamten Norden aus - einfach nur Grün

eine typische Busfahrerkabine

Spaziergang in Oudumxai

im Schlafbus nach Luang Prabang

Kuang Si Wasserfälle



Tribute der Regenzeit

viel und lecker Essen für kleines Geld

eine der zahllosen Höhlen

eine kleine Erfrischung während der Fahrradtouren 

tolle Landschaften

und staubige Pisten

unser Häuschen in Vang Vieng

mit Ausblick auf die unzähligen Karstberge