Mittwoch, 2. November 2016

Der Süden von Albanien

Wir hatten sonnige Tage in der Hauptstadt, das Wetter war einfach super und das gegen Ende September. Ehe auch auf dem Balkan der Herbst anfangen sollte seine raue Seite zu zeigen, entschlossen wir uns die letzten warmen Tage am Meer zu verbringen. Mit dem Bus ging es von Tirana nach Dürres, welches keine ganze Stunde entfernt von der Hauptstadt direkt an der Adria liegt. Dürres besteht im Wesentlichen aus zwei Stadtteilen. Da ist zum einen die Innenstadt mit Zentrum, Hafen und Sehenswürdigkeiten. Zum anderen gibt es noch den Strandabschnitt, zu dem eine sehr lange Hauptstraße parallel verläuft. Dort gibt es die meisten Apartments, Hotels und Restaurants und auch wir hatten dort ein Zimmer gebucht. Der Bus von Tirana nach Dürres hielt im Zentrum und statt die 5 Euro für ein Taxi auszugeben, welches uns hartnäckig angeboten wurde, versuchten wir unser Glück zunächst per Fuß. Irgendwann gelangten wir auch tatsächlich auf die Rruga Pavaresia, der langen Hauptstraße in unserem Stadtteil. Doch leider fanden wir an kaum einer Querstraße ein Straßenschild, es war quasi einem Lottospiel gleich, den richtigen Abzweig zu finden. Aber das eigentliche Problem lag woanders. Unsere Unterkunft trug den Namen "Dhoma Dhe Garsonjere", was auf Deutsch soviel heißt wie: Ein Zimmer mit Küche. Diese Betitelung sollte in einem der kompliziertesten Missverständnisse gipfeln, die wir je erlebt haben. Aber immer der Reihe nach. Wir entschieden uns dann erstmal doch für ein Taxi. Obwohl wir nun schon im richtigen Stadtteil waren, wusste Taxifahrer Nummer 2 nicht, wo unser Hotel lag. Dass das am ungünstigen Namen lag, wussten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht. Taxifahrer Nummer 3 runzelte zwar die Stirn, aber nur wenige Momente gestikulierte er uns sicher wirkend zu, dass er wüsste, wo das besagte Hotel ist. Hierbei ist noch zu erwähnen, dass wir nur die Straße und den „Hotelnamen“ hatten. Keine Straßennummer, geschweige denn eine Telefonnummer. Ich handelte ihn noch von 6 auf 5 Euro herunter und los ging das Abenteuer. Wir fuhren etwas durch die Gegend, der Taxifahrer war nun doch nicht mehr so sicher und fragte mit herunter gelassener Scheibe andere Passanten nach dem Weg. Endlich fanden wir auch jemanden, der Englisch sprach und uns über die doppeldeutige Namensgebung des Hotels aufklärte. Der Taxifahrer sprach leider kein Wort Englisch, fuhr dann jedoch die Straße entlang, die ich ihm nannte. Irgendwann waren wir dann soweit weg vom Strand, dass ich mir hundertprozentig sicher war, dass wir nicht mehr richtig waren. Der Taxifahrer zeigte auf jedes Hotel, egal ob Absteige oder 4-Sterne und rief mit jedem Mal verzweifelter: Dhoma Dhe Garsonjere, DHOMA DHE GARSONJERE! Er dachte halt, wir suchen ein Zimmer mit einer Küche. Ich versuchte ihm zu erklären, dass das der Name sei, aber die Sprachbarriere war einfach zu hoch. Wir waren dann schließlich soweit außerhalb der Stadt, dass ich erstaunt war, als wir vor einem Nobelhotel zwischen all den heruntergekommenen Häusern hielten. Wir gingen ins Hotel, dort wurde zum Glück Englisch gesprochen. Der etwa Mitte zwanzigjährige Kellner war sehr nett und recherchierte per Smartphone, wo denn nun das verdammte Hotel zu finden war. Er meinte nur, sehr unprofessionell, keine Telefonnummer mit anzugeben, aber immerhin konnte er dem Taxifahrer erklären, dass wir zurück zum Strand müssten. Der Taxifahrer war kurz vorm Explodieren, er schaute mich mit großen Augen an und tippte auf seine Armbanduhr. Zu allem Überfluss fing auch noch sein Handy an zu klingeln, vermutlich die nächsten Aufträge. Zum Glück hatten wir einen Festpreis ausgehandelt, dachte ich mir. Taxameter wäre ziemlich teuer geworden, allein in dem Hotel brachten wir eine Viertelstunde zu, weil der Kellner gut betuchte Gäste zu bedienen hatte.
Irgendwann saßen wir wieder zu Dritt im Taxi, alle Beteiligten hatten die Schnauze voll und gestanden sich ein, dass das Unterfangen Hotelsuche gescheitert war. Der Taxifahrer fuhr zurück zur Pavaresia und ließ uns dort raus. Ich gab ihm die wie verabredet 5 Euro und er sprang wie ein fluchendes Rumpelstilzchen zurück in sein Auto. Klar war das ärgerlich und verlorene Zeit für ihn, aber auch wir waren nicht an unserem Ziel angelangt und sahen nicht ein, mehr als den vereinbarten Preis zu bezahlen. Immerhin gab er sich ziemlich sicher, als ich ihm den Zettel mit dem Namen und der Straße unter die Nase hielt. Nun standen wir da und wussten erstmal nicht weiter, wie so oft. Zum Glück hatten wir diese Situation schon gefühlte Tausendmale erlebt, auch auf anderen Reisen und so wussten wir, dass am Ende des Tages alles gut werden würde. Wir saßen nun aber erstmal eine Viertelstunde ziemlich hilflos auf dem Gehweg herum und zogen somit erste Blicke auf uns. Ein Zeichen dafür weiter zu machen. Altes Spiel, Jenny hütet das Gepäck, René sucht Hilfe. Ich ging in ein Hotel auf der anderen Straßenseite. Dort kam nach ein paar Minuten ein junger Albaner, vielleicht so um die 18 Jahre an und fragte, ob er mir helfen könnte. Er konnte zwar kein Englisch, dafür jedoch ganz gut Deutsch. Der erste Lichtblick in dieser verworrenen Situation! Sergej hatte eine Zeit lang in Dortmund gewohnt und konnte deshalb unsere Sprache. Für sein junges Alter ist er schon ziemlich herum gekommen in Europa: Mit 12 Jahren nach Griechenland. Später folgten Aufenthalte in Italien, England und in anderen Balkanländern. Es ging immer nur ums Geldverdienen. Jetzt hatte er grad einen Job an der Rezeption des Hotels, in dem ich ihn traf. Sergej zeigte mir ein Internetcafe nur ein paar hundert Meter die Straße rauf. Dort schaute ich nochmal genau nach und zusammen fanden wir schon mal heraus, dass die Straße schon mal die Falsche sei, die in der Bestätigungsmail stand. Immerhin fanden wir noch eine Telefonnummer und Sergej rief dort an. Er sprach mit einem Mann, der uns an einer Tankstelle in der Nähe abholen sollte. Ich fand das übelst krass, wie freundlich dieser junge Kerl war. Er wollte sogar die angebrochene Viertelstunde Im Internetcafe für mich bezahlen. Das erübrigte sich jedoch, denn der Typ dort wiederum war froh geholfen haben zu können und wollte kein Geld dafür. Welch eine Hilfsbereitschaft! dachte ich mir. Danach holten wir Jenny ab und Sergej brachte uns dann zu besagter Tankstelle. Dort warteten wir dann gemeinsam mit einem doch etwas mulmigen Bauch auf den Mann, der uns abholen sollte. Zumindest wurde uns dann mit jeder Minute, die wir warteten etwas komischer. Aber es war ja mitten am Tage und wir standen hier auf der Hauptstraße in der zweitgrößten Stadt im ganzen Land. Und überhaupt sind 99,9% dieser unwohlen Gefühle auf Propaganda und Meinungen aus Medien und/oder von Menschen zurückzuführen, die noch nie in ihrem Leben in dieser oder einer ähnlicher Situation gesteckt haben. Auch wir sind vor einigen Vorurteilen nicht frei, das zeigt sich ganz deutlich im eben beschriebenem Szenario.
Nach ein paar Minuten holte uns dann jedoch die Realität wieder ein. Ein netter alter Mann holte uns ab, wir verabschiedeten uns vom hilfsbereiten Sergej und nach etwa zehn Minuten standen wir vor einem Haus, welches ich von den Bildern aus dem Internet wiedererkannte. Der alte Mann übergab uns seiner Frau und diese zeigte uns unser Zimmer für die nächsten Tage. Leider konnten beide kein Englisch, sie waren sehr lieb zu uns. Die Frau hieß Sabrina und gab mir einen dicken Kuss auf die Wange. Zu Jenny machte sie die typische Ringfingergeste und traurig und verdutzt verstand sie, dass wir nicht verheiratet waren. Sie freute sich richtig, dass wir ihre Gäste waren. Ich gab ihr die 40 Euro, die uns die drei Nächte kosteten und als die Tür hinter uns ins Schloss fiel, ließen wir uns endlich auf unser Bett fallen. Was war das denn bitte wieder für ein Ritt?! Auf der einen Seite wünschen wir uns in dieser Situation ein Smartphone, dann wäre uns der ganze Stress erspart geblieben. Auf der anderen Seite hat Jenny damit Recht, dass es auch immer ohne geht und wir sonst so etwas gar nicht erleben würden. Die Menschen sind wirklich freundlich und helfen gerne.
Am Abend machten wir dann noch einen schönen Spaziergang am Meer. Die Hauptsaison war bereits vorbei und somit waren wir nur zwei von wenigen weiteren Touristen. Die albanischen Jugendlichen spielten Fussball am Strand. Ein paar Verkäufer auf ihren Vierrädern versuchten Handtücher zu verkaufen. Die Einheimischen saßen im Sand und ließen den Tag ausklingen. Die ausgelassene Stimmung am Meer wurde mit einigen Brisen verbrannten Marihuanas untermalt, welche uns um die Nase wehten. Als die Dunkelheit begann Einzusetzen, kauften wir noch frisches Gemüse und Kartoffeln ohne Ende. Unser Zimmer war nicht nur mit einem eigenem Bad, sondern auch mit einer Küche ausgestattet. Das hieß Kartoffelzeit! Leider spitzte sich zu dieser Zeit in Durres ein unangenehmes Problem zu und das hieß Zahnschmerzen. Ich hatte schon in den letzten 2 Wochen zuvor immer ein übles Drücken am rechten unteren Backenzahn gespürt. Vielleicht wuchs der Weisheitszahn in dieser Ecke, vielleicht war die Füllung, die ich dort hatte defekt, vielleicht war es auch etwas ganz anderes. Mir graut es vor Zahnarztbesuchen, aber mittlerweile war es doch recht schlimm geworden und immerhin waren wir noch in einer großen Stadt, der es an Zahnärzten nicht mangelte. Durch selektive Wahrnehmung nahmen wir alle hundert Meter eine Zahnarztpraxis wahr. Am dritten Tag überwand ich meine Angst und wir suchten eine Praxis auf. Der erste Zahnarzt sagte mir, dass alles okay sei und wusste auch nicht, was zu machen war. Ich verließ mich nicht auf die Abwesenheit des Schmerzes, der kam und ging wie er lustig war und wir suchten weitere Praxen auf. Doch selbst im dritten Anlauf wurde mir dasselbe diagnostiziert. Wir schlenderten weiter durch die Stadt und schließlich sah Jenny eine ziemlich modern hergerichtete Praxis. Wir beschlossen, diese als letzten Versuch des Tages zu besuchen und diesmal hatten wir Glück. Eine englischsprachige Zahnärztin empfing uns und endlich fanden wir eine Praxis mit Röntgengerät. Nach ein paar Minuten saß ich auf dem Stuhl und die nette Zahnärztin erneuerte meine Füllung im Backenzahn, die anscheinend defekt war. Danach ließ ich mir noch eine professionelle Zahnreinigung machen und alles war wieder in Ordnung. Wir verließen mit meiner neuen Füllung als albanisches Souvenir die Praxis und gingen zum Reisealltag über. Ich hatte dann zwar an einem anderen Zahn noch einige Tage lang Schmerzen, aber dass ist nach einer Zahnreinigung wohl normal und inzwischen ist auch alles wieder paletti. Den Rest der Zeit in Durres waren wir oft am Strand, kochten in unserer Wohnung und spazierten durch die Straßen. Durch einen dieser Spaziergänge erfuhren wir, dass es noch eine zweite Bushaltestelle gab, keine Viertelstunde von unserem Hotel entfernt. Unser nächstes Ziel war die südlichste Stadt Albaniens, Saranda. Von besagter Bussammelstelle, einen offiziellen Busbahnhof gibt es ja kaum in Albanien, fuhren wir dann etwas über 4 Stunden nach Saranda runter.
Saranda liegt ziemlich nahe der griechischen Grenze. Die Urlaubsinsel Korfu ist keine 30 Kilometer mehr entfernt. Sprechen die Leute im restlichen Teil der Westküste noch italienisch, ist hier griechisch die Zweitsprache. Die wohl größte Sehenswürdigkeit in der Gegend (und auch des Landes) ist Butrint, eine Ruinenstätte, die schon sehr ans antike Griechenland erinnert. Dorthin machten wir einen Tagesausflug und flanierten mit einigen anderen Touristen durch die Ruinen. Die Stätte war doch weitläufiger als erwartet und so kam es, dass wir teilweise alleine zwischen den alten Gemäuern spazierten. Auch das Wetter spielte wie fast immer mit und so hatten wir einen tollen Tag, der von Kultur geprägt war. Wir sind jetzt nicht sooo sehr die Interessenten von Ausgrabungsstätten, aber Butrint kann man sich schon geben. Auch Saranda ist ein ziemlich ansehnlicher Ort. Das Leben spielt sich natürlich an der Strandpromenade ab, die von Palmen, Restaurants und kleinen Grünflächen gesäumt ist. Auch ein kleiner Kieselstrand ist vorhanden, der komischerweise immer ziemlich leer war. Uns sollte es Recht sein, so konnten wir in Ruhe das Meer und die Sonne genießen. An unserem letzten Tag in Saranda machten wir einen weiteren Ausflug zu einer Karstquelle, dem sogenannten Blue Eye. Wir fuhren mit dem Bus die 25 Kilometer aus der Stadt raus und wanderten noch etwa 20 Minuten ins Grüne hinein. Als wir das Wasser erreichten, trauten wir unseren Augen nicht: Das Blue Eye macht seinem Namen wirklich alle Ehre. Die Quelle sieht wunderschön aus; sie ist ein Farbspiel aus weißen Kieseln, grünen Pflanzen und blauem Gestein.


Mit einer Durchschnittstemperatur von 12 Grad war es zwar etwas frisch, aber spätestens beim dritten Mal rein springen hatten wir uns daran gewöhnt. Zwischendurch staunten wir immer wieder über die Natur, die sich vor unserem Auge abspielte. Wo kommt all das Wasser her, wie geht das? Es war einfach ein herrlicher Ort. Erst später merkten wir, dass wir Glück hatten und zeitig starteten an diesem Tag. Es kamen doch noch recht viele Touristen vorbei, meist größere Familien. Mit einer finnischen Familie kamen wir auch noch etwas ins Gespräch. Der Vater meinte, für Finnen sei das Wasser noch warm und wir lachten.

Als es dann Nachmittag wurde und sich doch noch einige dunkle Wolken am Himmel bildeten, brachen wir auf Richtung Straße. Da wir nicht wussten, wann der nächste Bus kommen würde, hielten wir gleich den Daumen raus. Nach ein paar Minuten hielt dann auch ein netter Typ namens Tauland. Da er einige Zeit in London gelebt hatte, konnten wir uns auf Englisch verständigen. Die Fahrt ging allerdings nur recht kurz und so erreichten wir schnell Saranda. Tauland wohnte zwar ein oder zwei Orte vor Saranda, doch er brachte uns trotzdem noch zu unserem Hotel ins Zentrum. Nach anderthalb Wochen in Hotelzimmern hatten wir nochmal Lust zu Zelten, bevor es auch auf dem Balkan Herbst werden würde. Wir fanden auch einen Campingplatz in unserem nächsten anvisierten Ziel und griffen die Gelegenheit beim Schopf. Nach über einer Woche Adria, ging es wieder in die Berge nach Gjirokaster. Der Ort ist ziemlich überschaubar. Seine Sehenswürdigkeit sind die alten engen Kopfsteinpflastergassen, die das Altstadtzentrum bilden und die Lage in den Bergen, die zum Wandern einlädt. Die Stadt trotzt den Hängen, es wurde einfach berghinauf gebaut. Da unser Zeltplatz etwa 2 Kilometer außerhalb lag, hatten wir so jeden Abend ein schönes Lichterpanorama der Stadt. Auf unserem Campingplatz sahen wir dann sogar noch eine junge Berliner Familie wieder, die wir ein oder zwei Tage zuvor schon am Blue Eye kennen gelernt haben. Grit und Andreas nutzten mit ihrem Nachwuchs Noam ihre Elternzeit und reisten mit einem Bully durch die Gegend. Am Abend luden sie uns dann in ihr Gefährt ein, nachdem der Sprössling im Schlummerland war. Grit ist Kinderärztin und Andreas arbeitet selbstständig als Berater bei sozialen Projekten und beide sind durch ihre Professionen schon gut rum gekommen. Bangladesch, Nigeria, und Nepal und einige andere Länder, an die der Durchschnittsreisende nicht in seiner Erstauswahl denkt, sind einige Beispiele. Solche Lebensläufe sorgen natürlich für ordentlich Gesprächsstoff und wir hörten uns gerne ihre Erlebnisse und daraus gewonnenen Lebensansichten an.
Nach 2 Tagen machten wir uns schließlich auf in Richtung Mazedoniens. Dazu fuhren wir zunächst mit dem Bus nach Tirana zurück. Dort fuhren wir per Taxi einmal quer durch die Stadt zu einer Sammelstelle von Privatfahrern. Und letztendlich nahmen wir in einem netten Mercedes mit einem älteren albanischen Paar vorlieb und fuhren von der Hauptstadt nach Pogradec, unserem letzten Halt in Albanien. Dort angekommen halfen uns dann noch zwei Vertreter der mormonischen Glaubensgemeinschaft einen Campingplatz zu finden und nach einem langen Tag stellten wir unser Zelt endlich auf einer Art Bauernhof auf. Wir waren neben einem Wohnwagen die einzigen Gäste dort. Weitere Mitbewohner waren Hühner, Enten, viele Katzen und ein Hund, der die ganze Nacht bellte. Wir unternahmen noch einen Strandspaziergang bevor es dunkel wurde und fanden sogar den Campigplatz, der uns einst von einem älteren deutschen Paar empfohlen wurde. Da die Sanitäranlagen auch nicht so doll waren auf unserem Bio-Campingplatz und der Hund uns auf den Sack ging, wechselten wir am nächsten Tag das Lager. Leider wurde es dieser Tage immer frischer in den Nächten. Und dann kam auch noch Regen dazu. Pogradec konnten wir daher grade mal eine knappe Stunde besichtigen. Das fanden wir sehr schade, denn schon bei der Ankunft am Vortag hat sie uns beiden auf den ersten Blick sehr gefallen. Nicht zu groß und nicht zu klein und an einem See gelegen. Auf unserem neuen Campigplatz lernten wir dann noch unsere einzigen Nachbarn kennen. Sie hießen Hans und Werner und kommen aus Baden-Württemberg. Hans war ein pensionierter Sportlehrer, der mit seinen über 70 Jahren grade mal wie Anfang-Mitte 50 aussah. Er kam zum ersten Mal vor 4 Jahren an den Ohridsee und ihm gefiel so gut, dass er zusammen mit seinem Kumpel Werner seinen Wohnwagen auf den Campingplatz brachte. Von nun an würde er immer nur noch nach und von Ohrid fliegen, welches auf mazedonischer Seite keine 30 Kilometer entfernt liegt. Er gab dem Besitzer des Platzes, Bene, vom ersten Besuch an Tipps, was besser zu machen sei. Und in der Tat: der Rasen ist wirklich super, die Sanitäranlagen sind gefliest und gleichen deutschen Badezimmern, das Internet läuft top und es gibt sogar einen Wäscheservice. Ganz vorn befindet sich noch ein kleiner Sandstrandabschnitt mit einigen Sonnenschirmen aus Holz. Alles in allem schon ziemlich herausgeputzt für albanische Verhältnisse und mit 6 für zwei Personen pro Nacht auch einer der günstigsten Plätze, auf denen wir je gezeltet haben. Am Abend luden uns Hans und Werner noch zum Essen ein und danach spielten wir Karten. Bene war natürlich auch mit von der Partie. Das war ein richtig lustiger Vogel. Er konnte kaum Englisch und umso heftiger gestikulierte er um sich, aber richtig übertrieben. So hatten wir einen richtig unterhaltsamen Abend zu fünft. Als wir später jedoch zu Bett gingen wurde der Regen immer heftiger und es kam auch noch jede Menge Sturm dazu. Hans gab uns noch eine extra Decke, aber Bene hatte noch eine bessere Idee: er baute in seiner Garage schnell zwei Strandliegen auf. Dort verbrachten wir dann bei Trockenheit und Windstille die Nacht. Am nächsten Tag brachen wir dann nach Ohrid auf..

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen