Von Perucac fuhren wir am frühen
Morgen nach Bajina Basta, um von dort aus nach Uzice umzusteigen. Es
ist die Landeshauptstadt des Bundeslandes Zlatibor, in dem sich auch
der Tara-Nationalpark befindet. Auch Uzice liegt, wie fast alle Orte
in dieser Gegend, mitten in den Bergen und es sah sehr schön aus,
wie die Häuser den Bergen strotzten und einfach die Hänge empor
gebaut werden. In Uzice stiegen wir in den Bus nach Prijepolje, dem
letzten Stop in Serbien. Wir hatten noch etwa 3 Stunden Aufenthalt
und schauten uns etwas den kleinen Ort an. Eine Post gab es auch, so
dass wir endlich unsere Postkarten schreiben und abschicken konnten.
Und wir schlemmten das wohl günstigste Eis, was wir bislang aßen,
für etwa 20 Cent die Kugel. Am Bahnhof stellte sich heraus, dass es
die Züge wohl nicht so pünktlich meinen. Etwa eine Stunde hatte
unsere Bahn Verspätung. Luca, ein 20-jähriger Junge, der nur am
Bahnhof wartete, um seiner verreisenden Oma das schwere Gepäck in
das Wagenabteil zu hieven, war die vermutlich einzig
englischsprechende Person auf dem ganzen Bahnsteig. Wir kamen etwas
ins Gespräch und wir erzählten ihm, dass unser erster Stop in
Montenegro Bijelo Polje, gleich hinter der Grenze, sei. Dort sollte
es ja einen Campingplatz geben, so unsere Recherchen. Er schlug die
Hände über den Kopf: „Ihr macht eine Reise um die halbe Welt und
haltet in Bijelo Polje? Leute, dort gibt es nichts zu sehen und ich
wüsste auch von keinem Campingplatz.“ Das waren neben dem Regen,
der langsam einsetzte, richtig gute Aussichten. Aber nun gab es kein
Zurück mehr, es war schon Nachmittag und der sich verspätende Zug
tat sein übriges. Irgendwann kam er dann doch und nach einer kurzen
Kontrolle im Zug an der Grenze, kamen wir in Bijelo Polje an. Es
regnete nun schon richtig derbe und die Dämmerung setzte ein. Jenny
sah kurz vor dem Bahnhof ein Schild mit Sobe(=Zimmer) für 5 Euro.
Wir liefen dorthin zurück, als der Zug hielt und am Ende kostete uns
eine Nacht zwar 17 Euro, aber ich denke, wir haben alles richtig
gemacht. Eigentlich wollten wir noch das beste rausholen und uns den
Ort anschauen, doch wir kamen nur bis zum in der Nähe gelegenen
Einkaufszentrum. Es goss und goss und wurde immer schlimmer. Noch
schlimmer als der Regen in Budapest. Selbst wenn wir noch einen Platz
zum Wildcampen gefunden hätten, das wäre eine richtige Zerreißprobe
für unser Zelt gewesen, stellten wir fest, als wir auf unserem
kleinen Balkon Abendbrot kochten. Wir ließen den Tag mit Karten
spielen und einer heißer Dusche ausklingen und am nächsten Morgen
standen wir wieder auf dem Bahnsteig. Okay, dachten wir uns,
überspringen wir das Grenzgebiet und machen uns auf in die
Hauptstadt nach Podgorica. Dort gibt es einen Campingplatz etwas
außerhalb. Auch an diesem Morgen verspätete sich der Zug um nicht
ganz eine Stunde, aber am Ende saßen wir in einem 6-Personenabteil,
welches wir uns mit einer Familie aus Montenegro teilten. Es
entwickelte sich ein interessantes Gespräch mit Daniela, der Mutti
von Wuk, Luca und Petre und Ehefrau von Szikbo, welche ebenfalls alle
im Abteil saßen. Sie kamen grad aus Deutschland von einem Besuch
wieder und wohnten selber 1 Jahr und 4 Monate in Westfalen in der
Nähe von Osnabrück. Dann wurden sie abgeschoben, als die
Flüchtlingswelle aus aus dem Nahen Osten Deutschland erreichte.
Montenegro ist kein Krisengebiet und somit als sicher vom Bundesamt
eingestuft. Daniela war recht verzweifelt, wieder nach Montenegro
zurückkehren zu müssen. Sie brachte ihren Kindern Deutsch bei, sie
selber und Wuk, der mit mit 14 Jahren älteste Sohn, sprachen schon
recht gut. Einen gewissen Lebensstandard hatten sie sich auch
angewöhnt. Nicht unbedingt in Form von dicken Autos oder
dergleichen, aber zumindest genug Geld für Essen und ein Dach über
dem Kopf. (Sichere) Spielplätze und gute Bildung für die Kinder –
so etwas gab es in Montenegro nicht. Deren „Hartz 4“ liegt bei
170 Euro. Wie Jenny und ich später herausfanden, würde das in
diesem Land niemals zum Leben reichen. Hier ist der Euro bereits
Währung und so sehr Serbien und Montenegro von Kultur, Sprache, Land
und Leuten gleich sind – aus wirtschaftlicher Sicht sind sie es
nicht. Viele Produkte wie Käse, Wurst und Fleisch oder Wasser sind
sogar teurer als bei uns Deutschland. Einzig Alkohol, Zigaretten und
Benzin sind recht günstig. Die wichtigen Sachen halt (Ironie aus).
Aber wir sprachen auch über die schönen Dinge in Montenegro, wie
zum Beispiel die Landschaft. Eine Zeit lang standen wir alle auf dem
Flur und Daniela zeigte uns diese und jene schöne Schlucht und gute
Aussichten aus dem Zug heraus. Kurz vor Podgorica fuhren wir noch
über die höchste Eisenbahnbrücke in Europa und genossen die
schwindelerregende Aussicht. Als wir in der Landeshauptstadt eintrafen
sahen wir Wohnviertel der besser betuchten Gesellschaftsschicht und
viele Bäume die schräg wuchsen, alle in die gleiche Richtung.
Daniela erklärte uns, dass Podgorica stetigem Nordwind ausgeliefert
ist und das sich sogar auf das Wachstum der Bäume auswirkte.War auf
jeden Fall lustig anzusehen.
In Podgorica wartete auch schon ihr
Bruder auf die ganze Familie, der Zug hatte ja schließlich
ordentlich Verspätung, und wir verabschiedeten uns alle voneinander.
Nun hieß es den Campingplatz zu suchen in dieser doch recht kleinen
Hauptstadt. Es gab eine kleine Touristeninformation am Bahnhof.
Zuerst wollte der junge Mann erst nichts wissen von einem Camp, dann
vertröstete er uns mit gebrochenem Englisch auf einen Platz
außerhalb. Ich dachte noch: komisch, ich war mir recht sicher, das
Camp ist im Nordosten der Stadt, er zeigte uns auf seine merkwürdige
Art einen Punkt im tiefsten Westen des Stadtplans. Nun gut, auf auf,
Podgorica ist nicht Budapest oder Prag. Hier kann man sicher zu Fuß
alles erkunden. Auf der Suche nach dem Platz wurde es dann doch recht
schwül, wir legten eine Pause ein und realisierten, dass der Weg
doch noch etwas zugehen schien. Wir redeten die ersten Leute an.
Campingplatz in Podgorica? Gibt’s hier nicht. Okay, erstmal weiter,
bloß nicht reinsteigern in den Gedanken, dass der grad Recht hatte,
sonst wird der Rucksack erst richtig schwer. Irgendwann kamen wir an
eine große Hauptverkehrskreuzung. Nun sahen wir beim Karte studieren
wohl schon recht verzweifelt aus, so dass wir angesprochen wurden.
Mittlerweile die vierte oder fünfte Bestätigung, dass es in
Podgorica keinen Campingplatz gebe. Aus dem zunächst abgelehnten
Gedanken wurde allmählich eine Tatsache. Zum Glück regnete es
nicht. Obwohl das an solchen Tagen egal ist. Entweder sind wir nass
durch Regen oder Schweiß, manchmal auch von beidem. Wir setzten nun
auf unsere altbewährte Taktik: Jenny hütet das Gepäck, während
René die Lage auskundschaftet. Der letzte Passant empfahl uns eines
der recht günstigen Bleiben in dieser Stadt. Wie sich herausstellte,
48 Euro pro Nacht, immerhin mit Frühstück. Ich berichtete es Jenny,
aber wir waren uns schnell einig, dass das unser Budget doch sprengen
würde. Zumindest in Osteuropa auf dieser Reise und in einer doch
recht kleinen Hauptstadt war das zuviel. Ich sagte Jenny, dass wir
zurück zum Bahnhof fahren würden. Und dann? Ab an die Küste, noch
heute. Und weil wir nicht mal mehr Bock auf den Rückweg hatten,
fuhren wir mit dem Taxi zum Bahnhof. Wir hatten eine kleine
Montenegro-Karte in der Hand, der nächste Ort an der Küste: Budva.
Es fuhren zig Busse, nahezu im Viertelstundentakt dort hin. Im Bus
sagte Jenny grinsend zu mir: “Gestern früh sind wir noch in
Perucac aufgewacht, heute Abend sind wir schon am Meer.“ In der
Tat, das musste ich auch erstmal realisieren. Aber das ist das schöne
am Reisen. Man schmiedet Pläne, manchmal klappt alles und manchmal
auch nicht. IN dem Moment, wo es grad nicht so läuft, könnte man
wahnsinnig werden und wünscht sich so manches Mal einfach nur nach
Hause. Aber rückblickend sind es genau die Momente, die die Reise
wirklich ausmachen und die man auch nicht wieder vergisst.
Unser Joker an diesem Tag war die Zeit.
Wir machten früh los und trotz unserem Umherirren in der Hauptstadt,
erreichten wir noch vor der Dunkelheit Budva und auch recht schnell
einen Campingplatz. Es war ein irres Gefühl noch an diesem Tag mit
den Füßen in der Adria zu stehen. Das Wasser ist das klarste, was
ich jemals gesehen habe. Selbst wenn man raus schwimmt und nicht mehr
stehen kann, sieht man den Grund noch deutlich. Liegt vielleicht am
steinigen Untergrund, auch am Strand liegen überall Kiesel, auf
denen man sich es trotzdem gemütlich machen kann.
Der Campingplatz war etwa 15 Minuten
vom Strand entfernt und recht einfach ausgestattet, Stichwort
Hocktoiletten. Es war am ersten Abend recht windig, aber doch warm.
Man bemerkt auf jeden Fall den Unterschied zwischen dem rauen
bergigen Innenland und der Küste mit mediterranem Flair. Überall
stehen Palmen und auch die Nächte kann man mit offenem Schlafsack im
Zelt verbringen. Das einzige Manko an Budva: Es ist wirklich ein
reiner Touriort und so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was wir
suchen. Überall laufen Urlauber zwischen den Verkaufsständen und
Strandcafe´s herum. Alle paar Meter wird man angequatscht von
Reiseagenturen, die Tagesausflüge organisieren. Und die für Osteuropa
schon recht hohen Preise in Montenegro übertreffen sich hier
natürlich erneut. Schon allein Wasser bekommt man hier nicht unter
60 Cent die anderthalb Literflasche, die meisten Lebensmittel sind
etwa doppelt bis dreifach so teuer. Aber hej, wir sind am Meer, das
Wetter ist genau richtig und wir haben massig Zeit für den Rest der
Route. Ein klein wenig hat Budva auch zu bieten. Es gibt eine Stadt
in der Stadt, die man sich auf jeden Fall anschauen kann. Die Strände
sind zwar proppenvoll, aber das Wasser ist, wie bereits beschrieben,
von klarster Qualität und lädt einfach nur zum Baden ein. Auf
unserem Campingplatz.lernten wir dann noch Jan kennen, einen
Schweizer, der jedoch fast sein ganzes Leben schon in Israel lebt und
dort Reiseführer ist. Er erzählte uns, dass es wohl in Israel
keinen Tourguide für Montenegro gibt, und er diese Nische nun
besetzen will. Auf jeden Fall hatte der war Charismatisches an sich,
der Jan, der aber auch schon am nächsten Morgen wieder aufbrach
Richtung Norden und Gebirge. Er liebt das Wandern und auch ihm war
der Ort zu touristisch, um länger zu bleiben. Jenny und ich machten
in Budva nicht viel außer etwas den Ort zu erkunden und am Meer zu
liegen. Das Highlight war noch, das wir immerhin einen Baumarkt
fanden und uns neue Gasballons zulegen konnten. Das wäre echt übel
gewesen nicht mehr kochen zu können. Jan kam aus Süden und
berichtete uns, er habe in Albanien kein Gas finden können, auch
sein Vorrat war erschöpft gewesen.
Nach 3 vollen Tagen reichte es uns dann
völlig. Eigentlich wollte ich die Stadt Kotor im Norden in einer
Bucht sehen. Zeit haben wir ja nun genug, aber da auch viele
Tagesausflüge dort hingehen und sie auch zu den touristischen
Highlights der Adriaküste zählt, entschieden wir uns dagegen.
Campingmöglichkeiten gibt es dort auch nicht und somit entschieden
wir uns, den Rest der Zeit in Montenegro an der Adriaküste zu
weilen, jedoch in kleineren Orten. Das wird, was Lebensmittel angeht,
zwar noch teurer, weil es nur 1 oder 2 kleine Geschäfte pro Ort
gibt, aber egal. Hauptsache wir haben erstmal wieder etwas Ruhe. Wir
beide waren in Budva auch eines ums andere Mal leicht gereizt im
zwischenmenschlichen Umgang miteinander, aber wir wurden uns schnell
einig, dass die ganzen Touristen dran Schuld sind und unsere Reize
geflutet haben. Wir selber sind ja auch Touris und haben auch nicht
den Anspruch ganze Gegenden für uns allein haben zu wollen, aber
Budva hat das Maß wirklich um einiges überschritten.
Man kann es nicht anders sagen, wir
haben Montenegro bislang wirklich auf dem falschen Fuß erwischt,
obwohl es vor allem landschaftlich sehr viel zu bieten hat.
Von Budva ging es mit dem
Mediterran-Express, der lokalen Buslinie, für 1,50 Euro pro Nase ins
10 Kilometer entfernte Sveti Stefan. Es ist ein wirklich sehr kleiner
Ort mit ein paar Hundert Einwohnern und auch den Campingplatz zu
finden war eine kleine Herausforderung. Doch hier ticken Uhren um
einiges langsamer, als im großen Budva. Der ursprüngliche Hauptort
war eine kleine Insel, die durch eine Brücke mit dem Land verbunden
ist. Am Ufer befinden sich viele Apartments, sowie einige
Einkaufsmöglichkeiten. Noch am ersten Abend lernten wir Alex und
Julia kennen. Sie sind die ersten Weißrussen, die wir je trafen,
leben aber derzeit als Juwelier und Redakteurin in St.Petersburg. Da
wir Probleme mit unseren neuen Gaskartuschen hatten, halfen sie uns
aus und gaben uns ihr Kochzeug. Irgendwann funktionierte unseres dann
doch, nachdem ich zwischenzeitlich zurück nach Budva fuhr, um Ersatz
zu besorgen. Irgendwie entwickeln sich die Tage, an denen wir von A
nach B reisen, zu einer richtigen Tortur. Aber am Ende klappt doch
immer alles und so hatten wir auch an diesem Abend eine warme
Mahlzeit vor dem Schlafengehen. In Sveti Stefan machten wir auch
nicht viel. Eigentlich lagen wir dort zwei oder drei volle Tage am
Strand und erkundeten zwischendurch etwas die Gegend, die zu einem
großen Teil aus Treppen besteht. Die Strecke vom Hauptort zum Camp
war sehr interessant. Wir liefen ständig die Treppen zwischen den
ganzen Apartments hoch und runter. Man stelle sich dabei die Favellas
in Brasilien vor, nur das es dort nicht vor Armut wimmelt. Auf jeden
Fall hat es etwas gemütliches sich zwischen den hohen Häusern und
in den engen Treppengassen zu bewegen. Auf unserem Campingplatz waren
Alex und Julia, soweit wir die Leute kennen gelernt haben, die
einzigen Nicht-Deutschen. Drei Familien und zwei junge Männer
quartierten sich dort ebenfalls für ein paar Tage ein. Es ist immer
wieder interessant zu erleben, wo es die Deutschen überall hinzieht
und es scheint wohl zu stimmen, dass wir das reiselustigste Volk
sind.
Als unsere Zeit gekommen war
weiterzureisen, entschieden wir uns für eine letzte Station in
Montenegro. Wir fuhren mit dem Bus nach Ulcinj, der südlichsten
Stadt in Montenegro. Hier angekommen bemerkten wir sofort den
albanischen Einfluss. Kyrillisch sieht man hier nun gar nicht mehr,
dafür umso mehr albanische Wörter. Am Busbahnhof fanden wir eine
kleine Touristeninformation. Dort bekamen wir erstmal gesagt, dass
alle Campingplätze außerhalb der Stadt zu finden sind, in Long
Beach, einem 12 Kilometer langen Strand. Uns wurde der Platz Camping
Neptun empfohlen und nach einem Anruf dort, holte uns der Eigentümer
des Camps mit seinem Auto ab. Alex war um die 40 Jahre und hatte
stets ein sehr er zufriedenes und charismatisches Lächeln auf den
Lippen. Er sprach ziemlich gut Deutsch, was daran lag, dass vor dem
Jugoslawienkrieg in den 90er- Jahren fast ausschließlich Deutsche
nach Ulcinj in den Urlaub fuhren. Mittlerweile machen Albaner den
größten Anteil an Touristen aus. Er sagte uns, dass er für
Deutsche ein besonders großes Herz übrig habe und machte uns
deshalb ein sehr gutes Angebot: Da auch die Hauptsaison schon vorbei
war und auf dem Campingplatz nicht mehr viel los war, bekamen wir
einen Bungalow für den selben Preis, den uns das Zelt gekostet
hätte. So zahlten wir statt 35 nur 10 Euro pro Nacht und hatten
sogar eine kleine Hütte für uns. Auf dem Platz, der mit 72000 m²
wirklich riesig ist, war wirklich nicht viel los. Nur zwei Wohnmobile
und unsere Nachbarin Wilma, die wir später kennen lernten und auch
in einer Hütte wohnte, hatten den Weg dorthin gefunden. Der Strand
war grade mal 5 Minuten entfernt und diesmal war es ein richtiger
Sandstrand. Dort relaxten wir die meiste Zeit oder spazierten einfach
nur das Wasser entlang. Ulcinj besuchten wir auch einmal, aber die
Stadt an sich hat außer ihrem mediterranem Flair nicht so viel zu
bieten. Es gibt dort sehr viele Bäume, die Limetten, Granatäpfel,
Feigen und Oliven als Früchte tragen. Am zweiten Tag lernten wir
dann unsere einzige Nachbarin kennen. Wilma kam aus Groningen in den
Niederlanden und war 63 Jahre alt, sah aber um einiges jünger aus.
Sie reiste nun seit 3 Monaten allein über den Balkan. So etwas hört
man auch nicht alle Tage. Aber sie war auf jeden Fall eine sehr liebe
Frau, die durch ihre hibbelige Art liebenswürdig wirkte. In Ulcinj
hatten wir dann schließlich das Gefühl, dass uns trotz aller
Widrigkeiten zuvor, ein versöhnliches Ende mit Montenegro gelungen
war. Frei nach dem Motto: Ende gut, alles gut.
Nach 4 Nächten in dieser schönen
Strandgegend brachen wir dann schließlich nach Albanien auf. Wilma
begleitete uns an dem Morgen, an dem uns Alex zum Busbahnhof nach
Ulcinj fuhr. Auch sie wollte nach Albanien, allerdings direkt nach
Tirana in die Hauptstadt. Unsere erste Station sollte Shkoder sein,
im äußersten Norden des Landes...